Ich erinnere an … / Teil 5

Margarete und Paul Zinke

Im Juli 1944 haben Margarete und Paul Zinke geheiratet. Margarete wurde am 18. Januar 1914 geboren, Paul am 8. März 1901. Er war von Beruf Elektriker. Beide waren Mitglied in der KPD und während der Nazizeit im Widerstand, in der Bästlein-Jacob-Abshagen-Gruppe. Zu Beginn ihrer Ehe wohnten beide wohl im Haus 10, Falkenried 26 in Hamburg, später vermutlich illegal in der Sierichstraße 18. Margarete und Paul gehörten zu den 71 Inhaftierten, die am 21. bzw. 23. April 1945 im KZ Neuengamme gehenkt bzw. ermordet wurden. Ihr könnt mehr über das Leben dieser beiden Menschen erfahren. Es gibt Stolpersteine und mehr Informationen zu Margarete und Paul auf der Internetseite der Stolpersteine Hamburg.

Margarete und Paul waren mutige Menschen. Und ihr Mut kann uns bis heute, ja, besonders heute, helfen. Denn sie strafen diejenigen Lügen, die behaupten, Nationalsozialisten seine ‚Linke‘ gewesen und somit seien linke Menschen heute ebenfalls Nazis.

Ich fand es schon immer schrecklich, hören oder lesen zu müssen, dass mancher Tod oder manche Tode nicht umsonst seien. Vielmehr möchte ich sagen, dass ihr Leben nicht umsonst war, ihr Widerstehen gegen Totalitarismus und größtmögliche Unmenschlichkeit. Man kann den beiden nicht genug danken.

Anmerkung des Autors

Denjenigen unter uns, die der Meinung sind, Pandemie-Maßnahmen in Deutschland bzw. weltweit, seien auch nur ansatzweise mit Handlungen der Gestapo oder den totalitären Wesenszügen des Dritten Reichs vergleichbar, möchte ich nahelegen, solche kleinen Geschichten zu lesen und genau darüber nachzudenken, ob irgendjemand heutzutage so behandelt wird, nur weil er gegen Corona-Maßnahmen demonstriert. Wer diesen Vergleich zieht, verhöhnt Margarete und Paul Zinke und all die anderen Opfer des Naziterrors. Ich kann nur schlussfolgern, dass hier ein sehr begrenztes Wissen bzw. Ahnungen oder Hörensagen vorliegen und man sich in keinster Weise mit den massenhaft zur Verfügung stehenden Quellen beschäftigt hat, sondern sich auf das verlässt und man dem folgt, was moderne Rattenfänger streuen, um eigene Ziele zu verfolgen. Das ist peinlich und beschämend. Zumal im Zuge dieser Rattenfänger-Maßnahmen Rassismus und Antisemitismus aufblühen, und Mitmarschierer sich das automatisch zu eigen machen.