Neuer Stern am Podcast-Himmel?

HAHA …

ja, so hätte ich es gerne. Aber mal ehrlich: so einen richtig guten Podcast fabrizieren – und das noch schön regelmäßig – ist nicht einfach. Das schüttelt man nicht mal so eben aus dem Ärmel. Erst mal Anleitungen lesen im Netz, dann feststellen, dass es noch viel zu lernen gibt; und das nicht nur bei der „Lesetechnik“. Also da gibt es noch viel zu tun. Als erstes habe ich gelernt, die Vorlesetexte „zeilenweise“ zu schreiben – mit Pausenzeichen (Hinweis für alte Säcke wie mich). Ist auch nicht gut, wenn man beim Anhören seines eigenen Textes fast einschläft, also Betonungen trainieren, Tonwechsel bei Protagonistwechsel im Dialog usw. usf. Sich erst mal selbst zu hören, ist halt schon eine „Begegnung der unheimlichen Art“. Aber naja, das wird schon irgendwie. Kann man alles lernen …

Ja, und die Themen?

Klar, ich will meine Bücher ein wenig promoten, wie man so schön sagt. Ich werde jetzt kein ganzes Buch vorlesen, sonst bräuchte ich sie ja nicht mehr verkaufen, aber mal zwei, drei Geschichten rauspicken geht schon. Und wenn es ein Roman ist, dann vielleicht ein Kapitel. Zweiter Schwerpunkt sollen Geschichten und/oder Romanteile anderer Autor:innen sein bzw. die Vorstellung ihrer Bücher. Marketing tut not. Und zufällig kenne ich nicht wenige sehr gute Schreiberinnen und Schreiber. In diesem Zusammenhang möchte ich Euch auch die Literaturseite meines Vertrauens nahelegen: Wortkrieger. Die ist schon über zwanzig (>20) Jahre am Netz, hieß früher kurzgeschichten.de und ist seit dem Jahr 2000 meine zweite Heimat geworden. Dort kann man umsonst veröffentlichen (Kurzgeschichten & Romane), WENN man gewisse regeln einhält. Es gibt Kommentare der Leser, von denen viele sehr versiert sind im Bewerten von Geschriebenem. Einige haben inzwischen selbst Bücher bei Verlagen untergebracht. Es lohnt sich in jedem Fall, dort mal aufzuschlagen.

Wo liegen die Podcasts?

In jedem Fall findet ihr sie grundsätzlich bei Spotify bzw. dem Spotify-Service Anchor.FM. Im Laufe der Zeit schau ich zu, dass iTunes dazu kommt. Schaut mal oben links. Da findet Ihr den direkten Link zu den neuesten Dateien und könnt sie direkt hier auf meiner Seite anhören.

Euer Heiko

Rezension zu ‚Der lange Arm der Gewalt‘

Auf der Internetseite socialnet.de wurde Anfang des neuen Jahres eine Rezension meines Buches ‚Der lange Arm der Gewalt‘ veröffentlicht. Geschrieben wurde sie von Prof. Dr. phil. habil. Joachim Weber Professor an der Hochschule Mannheim, Fakultät für Sozialwesen in den Bereichen Theorie, Handlungstheorie und Ethik Sozialer Arbeit und Privatdozent an der Goethe-Universität Frankfurt am Fachbereich 04 (Erziehungswissenschaften). In seinem Fazit schreibt Professor Weber:

Das Werk bereitet systematisch und äußerst sorgfältig in gewissenhafter Analyse und Interpretation die Quellen des KZ-Kommandanten und Großvaters des Autors Willi Tessmann auf. Es leistet damit einen besonderen Beitrag zur Aufarbeitung der NS-Zeit mit einer klaren Botschaft, den Kreislauf der Gewalt, der diese Bewegung prägte, zu durchbrechen und verantwortlich mit der Welt unter Menschen umzugehen. Es sticht heraus durch die lebensweltliche Nähe, die anhand des Quellenmaterials erzeugt wird, insbesondere durch den Briefwechsel des Täters mit seiner Frau aus der Haft bis zu seiner Hinrichtung.

Seit einigen Monaten erleben wir in der Öffentlichkeit zunehmende Vergleiche unserer Demokratie mit dem Dritten Reich bzw. dessen Strukturen sowie Partei- und Exekutivorganen (SS und Gestapo). Menschen gehen auf die Straße mit angeheftetem ‚Judenstern‘ auf dem ‚ungeimpft‘ steht oder die Pappschilder tragen mit der Aufschrift ‚Impfen macht frei‘, angelehnt an die von den Nationalsozialisten über den KZ-Toren angebrachten Formeln. Die Unerträglichkeit dieser Vergleiche macht wütend. Wie kann man Geschichte so (bewusst?) missverstehen? Hier treffen sich gezielte, bewusst eingesetzte Provokation, bewusste und unbewusste Unwissenheit, kognitive Dissonanz, esoterisches Gemurmel zu einer Melange, die nun tatsächlich eine gewisse Ähnlichkeit mit der Zeit vor 1933 hat, dem unwissenschaftlichen Geschwurbel um Rassen und jüdischer Weltverschwörung, umgarnt von Deutschnationalem, Ahnensuche, Germanentum und allerlei anderem Kroppzeug. Neonazis riechen Morgenluft und eine erkleckliche Anzahl Menschen klebt an deren süßen Worten, auf der Suche nach stabilen Ankerpunkten in einer zunehmend instabilen Welt im schnellen Strom der Veränderungen. Die ’schon immer wussten‘, dass irgendwas nicht stimmt und ‚irgendwer‚ ihre Geschicke bestimmen will. Der einzige Ausweg für sie ist es, sich immer tiefer in ihr Paradigma zu graben. Denn dass wir anderen das Gegenteil behaupten, ist Beweis genug für ihre Wahnvorstellungen. Damit sind sie geistiges und emotionales Freiwild für die professionellen Hetzer und Rattenfänger.

Nachzulesen im Buch …

Wie das, was heute funktioniert in diesen Kreisen, damals schon rationalen und empathischen Humanismus desintegrierte, kann man aus manchem Dokument gut herauslesen. Besonders aus den Briefen. Wie Menschen sich ihr Handeln schönreden, nur um nicht zugeben zu müssen, schuldig zu sein. Unmenschlich gehandelt zu haben. Traurig. Umso mehr, weil die Gräben damals wie heute mitten durch die Familien gehen. Einige von ihnen jedoch hetzen und drohen einfach nur gerne. Deren Erziehung hat versagt oder war nicht vorhanden.

Euer Heiko

Coming soon!

Insel 64. Der neue Roman. Im Januar.

Dystopisch. Traumatisch. Spannend.

Eine künstliche Insel ist verschwunden. Fast 2.000 Menschen haben sich in Luft aufgelöst. Chatrina Sutter und ihre Polizeieinheit bekommen den Auftrag, Insel 64 zu suchen. Dann überstürzen sich die Ereignisse und anstatt ihre Suche fortzusetzen, geraten sie in einen Sog aus Lügen, Lebensgefahr und Selbstzweifel, ob das, was sie tun, wirklich richtig ist. Chatrina kämpft nicht nur gegen unsichtbare Gegner sondern auch gegen ihre traumatische Kindheit und den zunehmenden Zerfall der Menschheit. Es ist das Jahr 2148 und die Menschen sind vor wütenden Pandemien und katastrophalem Klima auf die Ozeane geflohen.

Eine kleine Leseprobe gefällig?

Datum? Unbekannt. Uhrzeit ebenso. Aber die Krankenstation eines U-Bootes. Und ein Gesicht neben mir. Etwas wie Strom in meinem Kopf. War dies das Gefühl von Elektrizität? Kribbeln. Ein Gefühl von Schweben. Ich sah es deutlich. Und auch alle Bilder. Alles. Ich erinnerte mich an jedwede Schuld. Jede Szene bis hinunter zum ersten Erwachen meines Bewusstseins.
»Chatrina?«
Eine warme und sorgenvolle Stimme. Durch das Schweben näherte sich ein Schmerz. Kopfschmerz. Er pochte. Immer kräftiger.
»Hm?«
Sato Gesicht schob sich in mein Blickfeld. Ihr Hals rot, grün, violett. Fingerabdrücke. Wer hatte ihr das angetan? Meine Hand? Alle Bilder leuchteten so klar wie einer der seltenen wolkenlosen Sonnenaufgänge. Vielleicht wie die Welt früher einmal war. Klar und wundervoll.
»Wer ist deine Mutter?«, fragte Sato leise.
Ich schloss die Augen und suchte die Erinnerung. Als der Mann in Uniform auf die Frauen zeigte. Eine nach der anderen. Die wäre zu alt, jene zu dünn, keine kräftigen Hände … aber die auf jeden Fall. Und Mutter? Gut fürs Bett. Sein Finger auf mir? Marcella packte mich fester. Nein, nimm mich! Meine Tochter ist dumm! Kann nix! Nicht mal gut im Bett ist sie!, flehte die Stimme über mir. Die Uniform nickte und ich wollte Mutter nicht gehen lassen, aber zwei Schläge in mein Gesicht lösten den Griff. Unnützes Kind! Nichts kannst du! Kümmere dich um deine Schwester!, schrie sie. Die Uniform lächelte. Warum sagte sie das? Dann geh doch! Lass Marcella und mich alleine! Ich bin nicht mehr deine Tochter! Ich werde dich umbringen, wenn ich dich wiedersehe!, schrie ich ihr hinterher. Ein letzter Blick auf Mamas dreckige Haare, die schlanke und hochgewachsene Figur. Wie ich. Nicht ein einziges Mal drehte sie sich um. Der Glatzkopf kam und zog uns an den Haaren wieder ins Haus.
»Jetzt weiß ich, wie sie aussieht … ich werde sie finden und töten.«
Ich spürte, wie es wieder dunkel wurde.
»Verzeih, Chatrina. Du musst ausruhen …«, hörte ich Satos Worte verhallen.

Am Rande

Die Idee zum Roman hatte ich beim Betrachten der schwimmenden Dörfer in der Halong-Bucht. Menschen leben seit tausenden von Jahren am oder auch auf dem Wasser. Nahrungsvielfalt und -reichtum und auch Sicherheitsaspekte gaben den Ausschlag. Das brachte ich in Verbindung mit den Wörtern Pandemie und Klimakatastrophe. Insgesamt habe ich fünf Monate geschrieben. Durchaus täglich mehrere Stunden. Knapp 123.000 Wörter kamen so zusammen. Unterteilt ist alles in zehn Kapitel und auch so angelegt, dass ich eine Fortsetzung anhängen kann, denn das Thema ist noch nicht zu Ende erzählt. Momentan ist Korrektur angesagt, Fehler ausbügeln; obwohl ich doch ganz zufrieden bin mit dem Ding (bisschen Eigenlob gehört dazu). Am Ende hat es aber Spass gemacht. Das ist ja die Hauptsache.

Noch schöne Adventstage wünscht

Heiko